Anleitung zur Menschlichkeit.

Warum den Kopf schütteln? Es nützt ja eh nichts. Zumindest scheint es so. Da fordert eine Initiative der Republik die Menschlein auf, miteinander zu reden. Das Ganze – für old fashioned people like me eigentlich die natürlichste Sache der Welt – muss für jüngere menschliche Ableger offenbar generalstabsmässig organisiert werden. Zeitgleich wird uns Menschlein zur besten Sendezeit klar gemacht, dass Personalabteilungen unsere so genannten Human Ressources in unseren Bewerbungen nicht mehr selber beurteilen, sondern die «Flut» an Bewerbungen von einer Maschine, einem trümmligen Algorhythmus vorsortieren lassen. „Anleitung zur Menschlichkeit.“ weiterlesen

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Kontrolle: Verzagmeinnicht.

Vorher.

Eine blühende Phantasie hat nicht nur Vorteile. Sätze wie «Bei Ihnen wächst alles so schnell (zusammen)» klingen nur in Bezug auf die Heilung der Narben wirklich positiv. Wenn ich mir aber ein kleines, aber reges Resttumörchen vorstelle, wird mir ungemütlich. Nun ja, Verzweiflung ist weder gut noch schlecht, sondern der herausfordernde Zustand, mit sich nicht einig zu sein, ohne die Aussicht auf einen Kompromiss. „Kontrolle: Verzagmeinnicht.“ weiterlesen

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Ganz privat? Wen kümmert ‘s?

«Ich schreibe nie etwas. Ich schaue nur.» Solches und ähnliches höre ich, wenn ich Facebook-Freunde in real life treffe. Ich kann dann meine Verwunderung kaum verbergen und frage, warum das so ist. «Ach, du schreibst so toll (???). Ich kann da nicht mithalten.» Öhm. Ich schreibe einfach. Und ich würde mich darüber freuen, wenn sich dann jemand ins Zeug legte oder auch nur ein paar Zeilen zurückschriebe. „Ganz privat? Wen kümmert ‘s?“ weiterlesen

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Blutgeld?

Stellen Sie sich vor, Sie machten Tag für Tag einen guten Job und bekämen sogar Lob von allen Seiten. Auch würde Ihnen dann und wann vollmundig versichert, dass es Sie brauche. Und am Ende des Monats, dann, wenn die anderen ihren Lohn auf dem Konto haben, entschiede das Los, ob Sie für Ihre harte Arbeit entschädigt werden. Das klingt doch absurd.
Es beschreibt aber ziemlich genau die Situation, in der sich die Kulturförderung befindet. „Blutgeld?“ weiterlesen

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London cooling (IV)

Liebes London, so kalt warst du noch selten. Nicht mal im Herbst. Ich trage alles, was ich im Koffer habe, übereinander. Und so viel hast du mir indoors nicht zu bieten, denn ich bin nicht so der Shopper. Dafür entdecke ich da und dort Beweise dafür, dass Obelix recht hatte: Die spinnen, die Briten. Und schrecken vor nichts zurück: „London cooling (IV)“ weiterlesen

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London calling (II)

Wir tropfen in den leeren Zug. An jeder weiteren Station spült es mehr Menschen in die «Coaches». Je näher wir dem Zentrum kommen, umso mehr fluten herein. Und in London Bridge quellen alle aus dem Zug und überschwemmen Platforms und schliesslich die Strassen. Bewege ich mich nicht gleich schnell, stehe ich im Weg. Überall.  „London calling (II)“ weiterlesen

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London calling (I)

Die letzten Wochen waren über die Massen anstrengend. Sitzungen, Organisatorisches, Diskussionen, neue Spielregeln, alte Fehler. Und alles gleichzeitig, wie Rücken- und Gegenwind aufs Mal. Und dann plötzlich ab auf den Flieger. Weg zu einem Ort, der mir ohne logische Erklärung wie meine alte Heimat vorkommt, obwohl ich erst mit etwas über 30 zum ersten Mal hier ankam: London. „London calling (I)“ weiterlesen

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Von Landwirtschaft und anderen Subventionskünsten

Das mag jetzt vielleicht sonderbar klingen, aber es ist wahr: Ich lese die 84-seitige «Gesamtschau zur mittelfristigen Weiterentwicklung der Agrarpolitik», die der Bundesrat am 1. November 2017 herausgegeben hat. Warum? Erstens, weil ich zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren Ferien habe. Zweitens, weil das ja irgend jemand lesen muss, damit sich nicht eine Hundertschaft die ganze Liebesmüh’ umsonst gemacht hat. Und drittens, weil mich eine Bemerkung von Regierungsrat Hans Stocker, seines Zeichens Finanzminister des Kantons Zürich, an einem Podium auf die Idee gebracht hat. Er sagte nämlich – so oder sinngemäss – dass Bauern und Kulturschaffende einiges gemeinsam hätten. Sie kultivierten etwas und seien beide nicht gerade auf Rosen gebettet. „Von Landwirtschaft und anderen Subventionskünsten“ weiterlesen

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