28.02.17 – NO SMOKING

Meine bislang letzte Zigarette.

Was sind schon fünf rauchfreie Tage im Vergleich zu 38 Jahren mehr oder weniger von Dunst umwölkt und Rauch durchwirkt? Eigentlich nur ein Nebelschauplatz.
Ich bin vorsichtig. Nicht nur, weil ich konkret spüre, wie etwas an mir nagt, das ich nicht tue: Am 23. Februar, dem Tag der Operation, habe ich mit dem Rauchen aufgehört.
Ich hielt es für eine gute Gelegenheit, vor allem, weil ich dachte, dass ich ja eh im Bett liegen und schlafen würde, dröge von den Medikamenten, müde und gedämpft von den Strapazen. Doch weit gefehlt.

Zwar trifft das alles irgendwie zu. Doch die Programmierung von 38 Jahren sitzt tief und fest, die Synapsen sind weit verästelt und untereinander verbunden mit mächtigen Autobahnen. So kommt mir immer mal wieder bei einer ganz lapidaren Handlung der gierige Gedanke nach einer Zigarette in die Quere. Und dies, obwohl ich ja nicht von 100 auf Null reduziert habe, sondern seit Monaten saugzessive eine Gelegenheit und damit einen Stengel nach dem anderen abgebaut habe: Den vor dem Frühstück, jenen auf dem Fussweg vom Bahnhof zum Büro, jenen nach der ersten nervösen Morgensitzung … und so weiter. Bis es nur noch etwa fünf bis acht Zigaretten an Tag waren. Doch diese hielten sich bis eben zu diesem 23. Februar hartnäckig, meist ohne sinnvolle Ausrede, dafür mit Macht! (Legislative, Exekutive, Judikative und die Medien werden von der grössten Macht im Staat – der Macht der Gewohnheit – regiert.)

Und nun die Radikalkur, die bereits mein Geschmacksempfinden verändert hat. Stimorol hab’ ich gleich in die Ecke gepfeffert. Drei verschiedene Mahlzeiten in einem Zimmer (bzw. in dessen Luft) schlagen mich in die Flucht. Homöopatie-Kügelchen sind geradezu sagenhaft süss. Und nur süss. Darum bin ich vorsichtig: Es kann ja auch sein, dass mir mein neues Leben nicht schmeckt. Mal sehen. Zigaretten gibt es hier genug, gerade unter Ärztinnen und Pflegern …

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4 Gedanken zu „28.02.17 – NO SMOKING“

  1. Lieber Stefan, ja das Abgewöhnen des Rauchens ist ein Teufelskreis. Ich hatte vier Jahre aufgehört und in dieser Zeit 8 Kilos zugenommen.
    Das war der Grund, wieder anzufangen denn für mich ist ein Kilo mehr, schlimmer als ein Päckli Zigis.
    Es ist für mich aber auch Genuss, überbrücken von Hungergefühlen, stillen von Sehnsüchten, Zeit
    des Alleinseins erträglicher zu machen…..
    natürlich nur Ausreden!!!
    Ich lese dein Tagebuch mit grossem Interesse aber auch mit Anteilnahme und schicke dir immer gute Wünsche mit.
    Keep cool Therese

  2. Bin sowasvonstolz auf Dich. Jetzt weiter so und dann wirst Du Dich asap besser fühlen. Bitte wird nicht so ein blöder, anpöbliger EX-Raucher.
    So. Und jetzt schone Dich die nächsten Tage. Hast es nötig. Ich habe es gesehen! Huggels 😎🐻🐨🐭🐹🦋

  3. Take care. Ich hab 11 Jahre nicht geraucht, dann wieder. Und finde es nur dumm… ich höre wieder auf damit. Ist schlecht für die Gesundheit vor allem, wenn man schon mal mit einem blauen Auge weg kommt. Also, weiter so. Viel Kraft dabei!

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