Der Kultur eine Stimme geben.

Am 22. Januar 2018 wurde im Theater Neumarkt in Zürich die Pro Kultur Kanton Zürich gegründet. Schon bei der Gründungsversammlung traten mehr als 100 Personen, Vertretende von grossen und kleinen Institutionen, Veranstaltende und Kulturschaffende aus dem ganzen Kanton zusammen um künftig gemeinsam Kulturpolitik zu betreiben. Zur Zeit treten täglich weitere Institutionen, Ensembles und Einzelpersonen dem Verein bei.
Warum ich erst heute darüber berichte, hat einen einfachen Grund: Der Verein nimmt seine Geschäfte erst morgen, also am 1. Februar auf. Denn wir wollen erst so richtig an die Öffentlichkeit treten, wenn die Vorgehensweise und die Verteilung der Aufgaben in Vorstand und Geschäftsstelle festgelegt wurde.

Kerngruppe: Me, Stefanie Gubser, Hans Läubli, Eva-Maria Würth, Sandi Paucic und Florian Schalit

Zuvor hatte eine Kerngruppe in Mails Institutionen zur Teilnahme aufgerufen, Statuten erarbeitet, mögliche Vorstandsmitglieder angefragt, jemanden für die Geschäftsstelle gesucht und gefunden sowie den Anlass selbst organisiert. Während diesen Vorbereitungssitzungen hat sich bereits gezeigt, dass Spartendenken oder die Frage, ob Hochkultur der Breitenkultur vorzuziehen sei, bloss hinderlich sein würden. Also weg damit. Es geht schliesslich darum, der Kultur gesellschaftlich zu jenem Ansehen, aber auch zu den erforderlichen Mitteln zu verhelfen, die ihr zustehen. Doch das gelingt nur, wenn wir allen klar machen, dass auch der Konsum von Sendungen wie «Bauer, ledig, sucht …» oder «Mittwoch-Jass», ja selbst der Umgang mit unseren Kranken (Stichwort Fallpauschale oder Zweiklassen-Medizin) letztlich Teil und Ausdruck unserer Kultur sind. Und wir alle unseren unverzichtbaren Beitrag zu Gesprächs- und Streitkultur, zu Ess- und Willkommenskultur beitragen.

Beispiel: Integrationskultur ist die Kunst, auch Schweizer Nörgler und Wäffelitanten zu integrieren.

Aus meiner Sicht besonders erfreulich ist, dass das Operhaus Zürich wie auch das Theater Kanton Zürich gleich zu Beginn ihre Unterstützung und Mitgliedschaft zugesagt haben. Und dies, obwohl beide Institutionen Mittel und Auftrag «von Gesetzes wegen» auf sicher haben. Auf diese Art der Solidarität lässt sich aufbauen!

Nun stehen uns arbeitsreiche Wochen und Monate bevor. Demnächst kommt eine Vorlage in den Kantonsrat, die darüber entscheiden wird, ob nach 2021 der Kultur noch Geld zur Verfügung gestellt wird und wenn ja, wieviel und aus welchem «Topf». Der Umstand, dass bis dahin alles, was kulturell gefördert wird, von den Erlösen aus dem Glücksspiel (Lotteriefonds) finanziert wird, ist schlimm genug. Kulturförderung bzw. ihre Finanzierung ist also – ohne der sensationell geführten Fachstelle Kultur zu nahe treten zu wollen – zur Zeit reine Glückssache.

Doch das kann und darf nicht so bleiben. Und du kannst deinen Teil dazu beitragen. Jeden Tag im Gespräch mit anderen. Und mit deiner Mitgliedschaft bei der ProKultur KantonZürich.

 

Ich habe mich zum Thema Kultur schon mehrmals geäussert:
> Kultur, die Summe unseres Seins
> Kulturlobby Winterthur – eine Erfolgsstory
Politik ist auch nur Kultur

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