Filtern – ausblenden – ignorieren.

fakebookMeine Hoffnung, Facebook möge uns so etwas wie eine Gegenöffentlichkeit bieten, auf der wir uns berichten, was Zeitungen verschweigen und Regierungen vertuschen, wir uns aber auch erzählen können, was wir persönlich so machen und was uns bewegt, war naiv und hat sich zerschlagen.

Obwohl ich euch abonniert habe, erfahre ich kaum je etwas von euch. Facebook filtert euch aus. Und ich nehme an, dass dasselbe mit meinen Posts geschieht. Damit tut Facebook genau das gleiche, was die klassischen Medien, zahlreiche Online-Medien und letztlich wir Menschen auch tun: Informationen selektieren bzw. ausfiltern und unterdrücken. Und das ist keine Verschwörungstheorie, sondern Datenmanagement-Praxis und Teil des FB-Marketings.

Das Gleiche ist nicht dasselbe!

Wenn ich filtere, ist das meine Entscheidung. Wenn Medien dies tun, ist es Bevormundung und ZENSUR. Mehr noch: Vom Prinzip her ist es TÄUSCHUNG. Zwar wird auf dieser Plattform Offenheit suggeriert, doch das, was nicht ausgefiltert wird, zeigt immer mehr in Richtung BRAVE NEW DISNEYWORLD. Denn es geht ja nicht nur darum, was Facebook nicht bringt. Sondern auch darum, was Facebook durch und uns glauben lässt.

Wenn ich ausfiltere, dann nur, um mein Hirn nicht zu überlasten (andere vielleicht, weil sie kein schlechtes Gewissen bekommen wollen) – wenn Facebook ausfiltert, dann unter anderem deshalb, weil sie sonst Server-seitig und finanziell aufrüsten müssten, um die Datenmenge zu bewältigen und auch weil sie keine Prozessflut am Hals wollen. Das Ganze verkommt immer mehr zum Fakebook. Und zeigt deutlich, bei wem die Deutungshoheit liegt: Die Plattform filtert von sich aus mit geheimen Algorhythmen. Es braucht zusätzliche Apps und einen riesigen Aufwand seitens der User, also jenen, die Facebook täglich Leben einhauchen und so zu Relevanz verhelfen, um die Filter auszutricksen und zu übersteuern.

Ich will so weit wie möglich selbst verantwortlich sein für meine Meinung.

Weil ich mir aber nicht nur eine eigene Meinung bilden will, sondern diese auf Fakten, die ICH mir aus- und zusammensuche, beruhen soll, verabschiede ich mich Stück für Stück von Facebook. Ich lade alle ein, dann und wann mein tagebuch.ch zu besuchen und/oder meinen Noiseletter zu abonnieren. Es tut nicht weh 😉

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