London calling (III)

  1. Ein Besuch der Tate Modern gehört für mich zu jedem London-Besuch dazu. Genauso, wie das Flanieren über den Borough Market. Doch während der «Food Porn» sich über die Jahrzehnte kaum verändert hat, bietet die Tate Modern ständig neues, manchmal auch more of the same.Und was mir jedes Mal auffällt: Einerseits bleiben Menschen oft vor Dingen stehen, die ich nicht verstehe. Andererseits ignorieren sie Exponate, die mich geradezu magisch anziehen. Neuerdings darf man sie in den Ausstellungsräumen sogar fotografieren. 

 

An solchen Stücken gehen die meisten Menschen achtlos vorbei. Dabei sind sie geradezu aufgeladen mit zeitgenössischen Ansätzen und regen zu Diskussionen an, die unbedingt geführt werden sollten.

Was mir dieses Jahr besonders auffällt, ist der neue Anbau, dessen Name mir gerade nicht einfallen will. Zwischen den Ausstellungen und Artist Rooms hat es überall Nischen, in die man sich setzen oder verkriechen kann, was vor allem die Schülerinnen und Schüler tun, die hier klassenweise durchgeschleust werden. Oder die Japaner, die ihre kleiderliche Individualität höchstens noch steigern könnten, wenn sie nackt kämen. Wobei das dann irgendwie wieder sehr retro wäre, geradezu old fashioned, obwohl sie ja dann nichts anhätten.

Am liebsten habe ich mich unten in den «Tanks» aufgehalten. Gerade dort ist es überhaupt nicht notwendig, die erklärenden Hinweise an den Wänden zu lesen. Einfach staunen. Und beobachten, wie sich die Inhalte mit jedem neuen Menschen verändert.

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