Schlechte Nachrichten

Nun sieht es tatsächlich nicht danach aus, als wäre mir ein sonderlich langes Leben beschieden. Nur drei Monate nach der «kurativen» Entfernung jener Niere, die von einem bösartigen Tumor bewohnt wurde, stellt sich bei der Kontrolle heraus, dass sich inzwischen dieselbe Krebsart in meiner Blase ausgebreitet hat und ich erneut unters Messer muss. Zwar könne man die zahllosen klitzekleinen Tumörchen entfernen, aber bei der Aggressivität dieser Zellen …

Soll ich mir nochmals neue Schuhe kaufen? Die Jugendlichen im Einkaufszentrum und auf der Strasse kommen mir so voller Leben vor. Aber auch in mir steckt noch jede Menge Leben. Werde ich es noch ausleben können?

An meiner Lebensweise kann ich nicht mehr viel verbessern. Ich ernähre mich schon lange bio. So bio, wie eben möglich. Pausen lege ich auch dann und wann ein, Schlaf habe ich reichlich. Sicher, die Schwierigkeiten habe ich oft regelrecht angesteuert und den Ärger zwar nicht gesucht, aber dennoch gefunden. Da liesse sich noch etwas optimieren. Aber insgesamt?
Insgesamt habe ich ein erfülltes Leben, reich an amüsanten Gedanken und vielen spannenden Begegnungen, manche davon sogar atemberaubend. Aber offenbar reicht das «Gute Leben» nicht. Es hat mich dennoch erwischt.

S.H.I.T.

Und wieder tauchen zahlreiche Fragen auf: Werde ich an der Ausstellung im September teilnehmen können? Soll ich mein Zug-Abo noch verlängern? Nehm’ ich doch noch an der Nasenbohr-WM in Covfefe teil?

Ich trinke auf euch. Wir werden sicherlich noch die eine oder andere schöne Runde miteinander erleben.

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33 Gedanken zu „Schlechte Nachrichten“

  1. wie schon erwähnt. aber dass ich dir quasi zeitgleich mit der diagnose die töteligen badewannenbilder geschickt habe … es ist zum heulen. fuck!

    1. Danke für die Bilder. Sie haben mir etwas klar gemacht, was ich so – vorher – wahrscheinlich nicht gesehen habe oder nicht in Betracht ziehen wollte.

  2. Es gibt grad wie kein Icon auf Facebook, um diese Nachricht einzuordnen. Auch Worte sind dann eben mehr Hülsen. Denn diese Wolken am Horizont verwehen jedwelche Wortspiele. Versickern geht nicht, verstehen nur bedingt. Auf allen Seiten. Verdrängen soll man nicht. Aber verdauen ist auch schwer.
    Vertrauen auf eine gute Zeit. Vielleicht nicht mehr auf eine Ewigkeit. Aber auf eine intensive nun.
    Denk an Dich. Und bin da, wenn und wo nötig.

  3. Lieber Stefan, das tut mir mega leid. Wünsche dir viel Kraft für diese schwierige Zeit. Wäre schön, mit dir wieder mal etwas trinken zu gehen, sofern du noch magst. Vielleicht würde dich ja die Festschrift “100 Jahre SP Meilen” interessieren. Wir haben noch ein paar.

    1. Ich denke nicht, dass ich bestraft werde. Immerhin hatte ich schon früh die Möglichkeit, ein sinnvolles, weil auch sinnliches Leben zu führen. Meine Startlöcher waren höllisch. Das half ungemein, blitzschnell aus den Blöcken und weg von zu Hause zu kommen 😉
      Und Krankheit verdient niemand. Hat auch nichts mit Logik zu tun. Wahrscheinlich.

  4. Stefan, nimm die Diagnosen der Ärzte so wie sie sind…bleibt dir eh nichts anders übrig. Bestimmt werden sie mit grösster Wahrscheinlichkeit recht…oder Unrecht haben. Deine momentane Situation sieht aus ärztlicher Sicht nicht besonders emutigend aus. Ich bin kein Freund von optimistischen Sprüchen wie z.B. : du wirst es schaffen, andere haben es auch geschafft. Du wirst deinen Weg gehen müssen und ich drücke dir dabei fest die Daumen!

    1. Danke, Edwin. Auch bei den Ärzten bin ich in guten Händen. Sie versprechen nichts, tun aber, was sie können. Ich möchte nicht in ihrer Haut stecken, denn ich nehme alles so persönlich. Danke auch fürs Daumendrücken.

  5. Unbekannter weisse,ich wünsche Dir viel Kraft,dass Du die Kurve bekommst Denk daran es ist zu früh es gibt noch viel schönes für Dich ich halte Dir beide Daumen!!!!!!!! En gruess vom Rhy

    1. Lieber Urs,
      es reicht ja, wenn einer von uns beiden nie um Worte verlegen ist 😉
      Im September werde ich so oder so als «Lichtkünstler» am ArtWalk anwesend sein.
      Liebe Grüsse | Stefan

  6. Allein deine Aussage «Aber auch in mir steckt noch jede Menge Leben» ist es wert sich darüber Gedanken zu machen, nein darum zu kämpfen, dass du im September an der Ausstellung teilnehmen und das Zugabo verlängern wirst. Ich kenne dich nicht gut, doch du kommst mir in der Tat so «in voller Leben» rüber. Lebe deine Zeit!

    1. Liebe Angela, ich atme ein und aus, die Gedanken purzeln, die Ideen sprudeln. Daran hat sich nichts geändert. Nur der Hintergrund ist nun ein anderer. Danke für deine Zeilen.

  7. unbekannter
    …. auch von mir viel kraft ….wille und gute gedanken…ich für mich übergebe in schwierigen momenten dem universum……gelingt nicht immer … aber funktioniert….von herzen gaby

  8. Lieber, Lieber, Lieber!
    Draussen alles in gewohnten Bahnen, die Vögel zwitschern, die Sonne scheint, der Presslufthammer tönt und mir läuft das Heulwasser aus den Augen, weil das Hirn bockt und das Herz krampft, weil du, der du mir einer von den Liebsten bist, innerlich so zu kämpfen hast. Sag denen da drinnen, die sollen jetzt mal aufhören so blöd zu tun und den anderen, dass die sich geschlossen zusammentun sollen gegen die so vermeintlich Agressiven, weil die die Pflicht haben, das Ganze an Stefan zu bewahren, das da ist und noch lange da sein soll! Umarme dich und schicke viele feinste Dosen DORIS!

    1. lieber stefan bitte beherzige den tipp. zur chemo auch methadon zu nehmen. lass dir das leben nicht ausreden. du schaffst das. ——- ———!Krebstherapien kennenlernen – Informationen von Krebsliga‎ googeln.
      ich drück mal die Daumen und glaube an dich. liebgruss iren

    2. Liebe Dosis,
      die nah am Wasser gebauten haben gut Kleenex. Ich wünschte, es ginge ohne «kämpfen». Ich wünschte, es ginge mühelos. Denn ich will vom Leben ja nichts, was ihm abgerungen werden müsste. Bloss Frieden, Lachen, Lösungen für Aufgaben und Momente, die nach Sonnencrème und Vanille duften. Das sollte machbar sein.

      Umärmel zurück, Stefan

  9. So. Nach dem Schock werde ich sauer. Stefan, Du lebst. Punkt. Was kommen will kommt, Du machst damit das Richtige für Dich. Und es gibt NICHTS aufzuholen oder unbedingt noch machen sollen. Es gibt Millionen von Tipps, Tricks und guten Ratschlägen. Scheiss drauf, wenn Dir danach ist. Fact ist: Du lebst. Heute, jetzt, hier, hast viel zu Entscheiden, hast keine Schmerzen und jede Menge Menschen, welche Dir gute Gedanken senden. DU LEBST. Mach was DU willst. Du hast meine Liebe, Dankbarkeit und meine Hilfe. IMMER IM FALL. Das gilt auch für Deine Liebsten. JETZT ist das Motto.

  10. Mein Lieber…..
    Warum musste ich heute morgen und den ganzen Tag schon immer wieder an den einen Song denken, den wir geschrieben haben, in dem es heisst “Ich habe meinen Frieden mit diesem Krieg gemacht”…? Schon deine Nachricht gestern hat mich so getroffen, und wenn ich jetzt lese, was du schreibst, kommen mir die Tränen.
    Ich weiss nicht, ob wir jemals Frieden mit dem Krieg schliessen können. Oder ob wir es überhaupt sollen. Ob wir kämpfen sollen, bis zum Umfallen, wenn es einfach Scheisse ist und nicht sein soll. Oder ob wir es annehmen sollen, wie es ist. Das müssen wir zwar sowieso, irgendwann, jeder von uns, aber wann ist der richtige Moment??
    Ich wünsche dir, dass du jede Sekunde deines Lebens geniessen kannst. Jede. Und dass du trotz aller “desperation” die Kraft findest, das, was da in dir wütet, in die Wüste zu schicken. Umzuwandeln in etwas, was dich wieder genesen lässt.
    Ich bin in Gedanken bei dir…

  11. Berührend und sehr traurig machend Deine Worte zu einer Erkrankung, bei der einem die Worte sonst fehlen. Fühl’ Dich gedrückt und in allem, was Du tust und entscheidest, unterstützt!

  12. Ich würde neue Schuhe kaufen und auch das Abo verlängern. Nicht weil ich denke, das zeugt von Hoffnung, nur wird alles nicht positiver, wenn du es nicht tust. Den Gang ins Spital kannst du dann dazu nutzen, die neuen Schuhe einzulaufen, auf dem Heimweg sind sie schon bequem und hoffentlich lange im Einsatz.
    Es fehlt mir nichts Schlaues ein, richtige Worte gibt es nicht, falsche wohl mehr. Ich wünsche dir schlicht alles Gute, guten Mut und dass du immer sagen kannst: Tolles Leben, ich hätte gerne mehr davon – und ich wünsche dir, dass es dann auch noch ganz viel mehr wird!

  13. Lieber Stefan, wir kennen uns nur über FB und das auch nur ein wenig.
    Mich berührt Deine Lage und Deine Offenheit darüber zu schreiben.
    Ich wünsche Dir, dass Du einen Weg mit dieser Diagnose findest, den Du beschreiten magst.
    Möge es ein langer und erfüllter Weg sein.
    Viel Kraft und positive Energie

  14. Lieber Stephan Danke für Deine berührende Offenheit über Deine verzwickte Lage. Wenn Du meine Meinung wissen willst, ja, Du sollst Dir neue Schuhe kaufen und mit der Ausstellung im September rechnen und Dir ein Zug-Abo zulegen. Ja, Du sollst leben, so intensiv und so lange Du magst und kannst und so gut, wie eben hier und jetzt möglich. Wenn das heisst, dass Du an der Nasenbohr-WM in Covfefe teilnehmen willst, dann eben auch das. Das vorurteilsfreie Sein im Hier und Jetzt heisst auch dies. Alles Gute, Bea

    1. Danke für deine Zeilen, Bea. Ich trainiere schon fleissig für die WM in Covfefe. Gehe nächste Woche sogar ins Trainingslager im UniSpital Zürich. Etwas abspecken und Chemo-Doping kann nicht schaden. Ganz vorurteilsfrei, aber mit einer Jumbo-Packung Taschentücher.
      Liebe Grüsse, Stefan

  15. Lieber Stefan
    erst jetzt schnall ich es auch noch, dass da bei Dir mit dieser Krankheit nicht alles easy ist. Um so mehr freue ich mich, Dich in Winti zu sehen, mit Dir ein Bier zu saufen und gemeinsam Kultur zu erstreiten! Begegnungen mit Dir sind immer anregend und ich freue mich darüber sehr. Hoffentlich bis bald, lieben Gruss, Rolf

    1. Lieber Rolf
      danke für die Zeilen. Ja, es ist gröber, als es zunächst schien. Meine nächsten Termine habe ich schon. Danach mache ich gerne wieder mal einen Kultur-Ausflug nach Winti 🙂
      Liebe Grüsse | Stefan

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