Sparen bei den Kranken.

Heinz Brand, Verwaltungsratspräsident der SantéSuisse und SVP-Nationalrat aus dem Bündnerland, äusserst sich nach der aus seiner Sicht gewonnenen Abstimmung zu den Versicherungsspionen süffisant. Er sagt, dass es einfach zu viele Ärzte gebe. Und: Die Patienten würden deshalb immer wieder aufgeboten und nochmals kontrolliert…

Er impliziert damit, dass sich die Ärzte – aufgrund grosser Konkurrenz – auf diese Weise unnötige Arbeit beschaffen.
Klar: Die Gesundheitskosten steigen. Und damit die Prämien. Er will also sparen. Und er will dies auf eine Weise, die inzwischen leider als Unsitte Einzug gehalten hat. Man muss sich das einmal genau durch Herz & Hirn gehen lassen: Weil er sparen will, unterstellt er anderen, sie würden verschwenden. Mir wird schlecht.

Da meine nächste Kontrolle, die halbjährliche Blasenspiegelung, unmittelbar bevorsteht, stelle ich mir vor, wie diese Art der Prävention – die Rückfallquote bei Uretelkarzinomen ist enorm – bald einmal wegfallen könnte. Mit der Begründung, beim letzen Mal habe man ja nichts gesehen; daher sei eine weitere Verlaufskontrolle nicht mehr nötig.

Prävention wird grossgeschrieben. Aber auch nur, weil es ein Substantiv ist. Was aber riesengrossgeschrieben wird, ist MISSTRAUEN. Es wird gesät, es wird gedüngt, es wird geerntet. Bei jeder Abstimmung. Bei jeder Pressemeldung, sei es betreffend Versicherungsbetrügern, Asylsuchenden, psychisch Kranken oder Menschen, die an etwas leiden, das noch gar nicht diagnostiziert werden kann. Diese Mentalität macht alles kaputt. Am Ende auch den Zusammenhalt in der Gesellschaft.

Menschen wie Heinz Brand sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Menschen wie Heinz Brand machen Karriere, indem sie andere diskreditieren und auf deren Buckel Profite erwirtschaften. Sie werden als Helden der Wirtschaft gefeiert. Schliesslich bringen sie Rendite. Und rechtfertigen damit ihr grausiges Tun. Und wer auf diese Art «fleissig» ist. soll dafür belohnt werden: Die grössten Krankenversicherer erwirtschaften nach wie vor Gewinne im dreistelligen Millionenbereich und halten sich mit stattlichen VR-Entschädigungen und Löhnen schadlos.

Ist das nicht krank?

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