Unliebsame Gäste.

Hallo!
Guten Tag.
Wie geht es dir?
Kennen wir uns?
Ich bin deine schleichende Angst.
Du bist nicht willkommen.
Und doch bin ich hier.
Ich habe dich nicht eingeladen.
Ich bin der Begleiter deiner Zweifel.
Aha. Angst, sagst du?
Ja. Und Zweifel. Möchtest du darüber reden?
Mit dir? Heisst es nicht, Angst sei ein schlechter Ratgeber?
Brauchst du denn einen Rat?
Ich weiss es nicht. Ich weiss nicht, ob es richtig war, die präventive Therapie abzubrechen. Die erhoffte Erleichterung hat sich nicht eingestellt. Und die Unsicherheit, ob das ganze wieder kommt, poppt immer wieder auf.
Man kann nie wissen.
Was du nicht sagst. Dann weisst du also auch nicht, ob sie bei den ausserplanmässigen Untersuchungen etwas finden?
Als Angst habe ich keine Perspektive.
Ich frage mich immer wieder, ob mein zwar nützliches, aber dennoch kaltes Leben dazu führt, dass ein weiteres Organ mangels Sinngebung seinen Geist aufgibt.

Ausser Programm.

Ich schlafe wieder schlecht seit ein paar Nächten. Ich weiss nicht, woran es liegt. Vielleicht an einer nicht programmierten Untersuchung. Der Arzt meines Vertrauens hat einen Blutwert gemessen, der ihm gar nicht gefällt. Also hat er mich zu ausserplanmässigen Untersuchungen aufgeboten, die Tag um Tag näher rücken.
Bei falschem Alarm läuft alles wie üblich, und ich kehre wieder zu meinem Zweckoptimismus zurück. Wenn nicht, darf ich wohl ein weiteres Mal unters Messerchen. Der Arzt würde wohl sagen, dies wäre keine wilde Sache und dass ich bald wieder auf den Beinen sein würde. Das bin ich doch immer. Immer wieder. Aber wie gesagt: Vielleicht ist es auch nur falscher Alarm. Und ich lächle mir morgen wieder den Weg frei und die Welt schön.

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