Zwischennutzung: Neues Kunst&Kultur-Zentrum Bezirk Meilen

Behörden-Vertretende der Goldküstengemeinden, vom Bezirk und dem Kanton treffen sich mit Spitzen des RAV, der autonomen Schule Zürich und den Asylverantwortlichen sowie Kulturschaffenden des Bezirkes Meilen, um ein ehrgeiziges Projekt auf die Beine zu stellen:

Die kulturelle und soziale Zwischennutzung des Chemie-Areals in Uetikon.

Alle Teilnehmenden haben ein ihrem Verantwortungsbereich entsprechendes Problem bzw. eine Aufgabe, die sie lösen wollen. Doch für einmal krampft nicht jede Behörde für sich, sondern schickt sich an, mit denen zusammenzuspannen, von denen sie sich die grössten Synergien versprechen. So haben die Gemeinden mit steigenden Sozialausgaben (Arbeitslosengeld und Ergänzungsleistungen) und die Asylverantwortlichen mit fehlenden Tagesstrukturen und Beschäftigungsprogrammen und generell Integrationsbemühungen zu kämpfen, die bereits an der Sprachbarriere scheitern. Andererseits mangelt es der autonomen Schule sowohl an Räumlichkeiten als auch an Geld. Und die Kulturschaffenden sind ständig auf der Suche nach neuen Produktionsstätten und Ausstellungsflächen. Ausserdem sind sie grundsätzlich am Austausch mit anderen interessiert.

Sie alle haben sich zusammengetan mit der Idee, dass all ihre Bemühungen nicht nur von der Bevölkerung mit wachsendem Argwohn betrachtete Kosten verursachen, sondern ihnen auch einen Nutzen, ja sogar Vergnügen bereiten sollen.

Glücklicherweise finden sich zum ersten Treffen auch ein paar erfahrene Zürcher Improvisationsgastronomen ein, die grosse Erfahrung und Einfallsreichtum darin haben, Räume geschickt zu nutzen, und sei es auch nur für einen befristeten Zeitraum. Und sie kommen bereits mit Ideen im Gepäck. So erstaunt es nicht, dass die Diskussionen sehr schnell konkret werden: Wer kann was finanzieren? Wo braucht es kein Geld, sondern Manpower? Wer trägt die Verantwortung, und wie kann möglichst viel (Selbst-)Verantwortung auf alle Teilnehmenden übertragen werden?

Den Gemeinden wird schnell klar, dass es für sie fast zu einem Nullsummenspiel würde, wenn sie die Ausgesteuerten für die Mitarbeit gewinnen und sie über das Kulturbudget bezahlen würden, statt das Sozialbudget weiter zu belasten, und sich damit obendrein noch ein Imagegewinn erzielen lässt. Den RAV-Mitarbeitenden fallen auf Anhieb mehrere Jobsuchende ein, die sich eine solche Gelegenheit nicht entgehen lassen.

Schnell entsteht ein Massnahmenplan: Die rechtlichen Abklärungen (keine Konkurrenz zum ersten Arbeitsmarkt) sollen getroffen, gemeinsam mit der Fachstelle Kultur des Kantons Zürich ein bescheidener Zusatzkredit zu Handen des Regierungsrates beantragt, die Hallen für die verschiedenen Nutzungen und Ateliers hergerichtet (und dem lokalen Gewerbe Aufträge erteilt), Betriebsgruppen für die Kunsthalle, den temporären Kinobetrieb, die Lese-Lounge (in Zusammenarbeit mit den Gemeinde-Bibliotheken) und das einfache, öffentliche Restaurant gegründet werden. Und die autonome Schule soll zusammen mit den Asylverantwortlichen ein Anreiz-Programm erarbeiten, samt Integration der Sprachkurs-Teilnehmenden in die verschiedenen Betriebe auf dem CU-Gelände.

So kommt die Gemeinde Uetikon, ja der ganze Bezirk Meilen zu einem Kulturzentrum, von dem sich die Bevölkerung in zwei Jahren, wenn die Bagger auffahren um das neue Gymnasium zu errichten, mit einem grossen Fest, einem lachenden und einem weinenden Auge verabschieden wird.
Und mit der wertvollen Erfahrung, dass so etwas machbar ist und allen nützt.

Wie gesagt: Das sind Fake-News. Aber potentiell durchaus realistisch. Wenn die entsprechenden Stellen merken, dass dies ein sinnvolles Projekt und beispielhaft für kleinere und grössere Projekte im ganzen Kanton sein kann.

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