Von Kunst, Luxus und politischen Verrenkungen

lateinisch luxus, zu: luxus = verrenkt, ausgerenkt und eigentlich = Verrenkung (im Sinne von »Abweichung vom Normalen«)

lateinisch lux (Genitiv: lucis) = Licht

Wie so oft wirft der Duden mehr Fragen auf, als er beantwortet: Ist Luxus nun eine Verrenkung oder etwas für Pflanzen, Menschen und andere Tiere Unverzichtbares? Verstehe die Lateiner, wer will. Ich halte mich an die zweite Bedeutung. Vor allem, weil sie meiner Argumentation punkto Kultur so wunderbar Boden gibt. „Von Kunst, Luxus und politischen Verrenkungen“ weiterlesen

Normal wie verrückt.

sinnapsenKennt ihr das auch: Die Tage verlaufen eigentlich ganz normal. Abgesehen von gelegentlichen Missverständnissen und Unklarheiten, die Kommunikation nun mal mit sich bringt, dann und wann auch Wortstörungsfindungen, Namen, die nicht einfallen wollen. Aber sonst alles im grünen Bereich.
Dann fällt mir ein Buch in die Hände: «DURCH DEN WIND – Sauvant und Autist», geschrieben von einem Sauvant über Autisten. Ich lese und leide mit ihm, dann muss ich wieder laut lachen. Und unmerklich achte ich mich mehr auf all die Sachen, die wir so alltäglich tun und sagen. Gut, ich mache das vielleicht sowieso etwas mehr als andere. Aber jetzt fühlt es sich an, als wäre mir ein Vergrösserungsglas in die Hände gegeben worden. Und ich starre und starre hindurch und sehe plötzlich groteske Dinge. „Normal wie verrückt.“ weiterlesen

Ohne Ich keine Heimat

ichterbahnJe weniger ich mit mir anzufangen weiss, auch, weil ich gar nicht weiss, wer ich bin, was mich ausmacht, umso wichtiger wird das Wir. Wenn ich mich aber mit dem Wir beschäftige, bevor ich das Ich – wenigstens vorläufig – geklärt und festgestellt habe, dass es ok ist, wenn ich zur Beta-Version von mir stehen kann, dann ist das Wir nichts wert. Es bleibt diffus. Es ist nur dazu da, mein fehlendes Ich zu kompensieren. Es dient als Ersatz-Orientierung. „Ohne Ich keine Heimat“ weiterlesen

Heimat ist (eine Momentaufnahme)

haimattHeimat ist, wenn wir zwar Angst vor schwarz verschleierten muslimischen Frauen, nicht aber vor schwarz gekleideten und kampfbereiten Neo-Nazis haben. Heimat ist, wenn wir uns für die Befreiung der Frauen anderen Glaubens ereifern, damit sie ihre Kleider ablegen und sich gleichgestellt fühlen können, unseren eigenen Frauen aber nicht einmal gleichen Lohn für gleiche Leistung zugestehen. Heimat ist, wenn wir uns erst erinnern, dass wir überhaupt eine haben (und vielleicht unseren Bürgerpflichten nachkommen sollten), wenn wir hören, dass jemand jemand anderem den Handschlag verweigert. Heimat ist, „Heimat ist (eine Momentaufnahme)“ weiterlesen

>IN TRANSIT< Bericht von der Vernissage vom 01.09.16 in Bern

Ich war gespannt, wer kommen würde. Angemeldet hatten sich ja einige. Und Heidi Gassner hat eine lange Mail-Liste. Aber ich als Zürcher Nobody … und draussen das schöne Wetter. Umso erfreuter war ich, einige FB-Freundinnen und Freunde, die ich noch nie persönlich getroffen habe, endlich mal live zu sehen. Und neue Freunde zu gewinnen.

Alle Bilder © Dimitri Aich – herzlichen Dank.

Making of > IN TRANSIT <

Noch 12 Tage bis …

hammer_sqaureIch bringe nun schon die zweite Ladung Bilder auf den Sackwagen (von Gregory) gepackt mit dem Zug nach Bern. Da mir der Raum schon zur Verfügung steht, probiere ich doch gleich eine Idee für eine mögliche nächste Ausstellung aus. Ich weiss nicht, ob ihr das kennt: Man denkt sich etwas aus, verliebt sich in die Idee und verliert jegliche Distanz dazu. Aber: In dem Moment, in dem ich damit an eine kleine oder grosse Öffentlichkeit gehe, nehme ich Raum und Zeit anderer in Anspruch. Und weil das so ist, stelle ich mir als einigermassen verantwortungsvoller Mensch immer wieder die leicht quälende Frage: „Making of > IN TRANSIT < “ weiterlesen

Zweifel sind berechtigt.

Wozu das alles? Über Dinge nachdenken, Ideen ausbrüten, ausprobieren, realisieren und mich damit exponieren. Mir anhören, was ich hätte besser machen können und es auch selber merken. Über die Bücher gehen, es besser machen und mich damit exponieren. Erleben, wie ich gesehen, aber öfter auch ignoriert oder übersehen werde, wie leicht es für anderes ist, Aufmerksamkeit zu erregen, weil nicht so leise, weil vielleicht einfacher zugänglich, gängiger, bekannter. Und wieder über mich und mein Tun nachdenken, besser werden und mich damit exponieren.

Auf diesem Weg gibt es tausend Gelegenheiten, „Zweifel sind berechtigt.“ weiterlesen

Medien: Erst schwächen, dann übernehmen

Ja, die Farbe ist bewusst gewählt.
Ja, die Farbe ist bewusst gewählt.

Mein letzter Kommentar zur SVP liegt wohl schon ein Jahr zurück. Aus gutem Grund. Ich habe nämlich beschlossen, dieser Partei nicht noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Denn viele Mitglieder mögen zwar das Herz auf dem rechten Fleck haben, die Leitung der Partei sollte aber dringend zu Anstand erzogen und zur Wahrheit verpflichtet werden. Dass ich nun dennoch etwas zu diesen Mental-Diktatoren sage, hat einen guten Grund: es ist ihr am 26. August 2016 veröffentlichtes Positionspapier «Vielfalt statt Einfalt – für eine freie und lebendige Medienlandschaft …», das zwar wie eine Initiative zum Schutz von geistigem Kulturland daherkommt, aber eigentlich eine Flurbereinigung blocherscher Prägung im Sinn hat.  „Medien: Erst schwächen, dann übernehmen“ weiterlesen

Dresden: einfach grossartig.

Um es vorweg zu nehmen: Der lichtscheue Wolf war tagsüber nicht zu sehen und blieb nachts im Zwinger. Und dies, obwohl es hier mehr als genug Wände und andere Gelegenheiten gegeben hätte. Doch so kann ich hier leider nichts neues über sein Wesen und Unwesen berichten.

Die Stadt war auch ohne ihn ein grossartiges Erlebnis. Die Leute sind richtig freundlich, auch wenn ich nicht alles verstanden habe … wenn jemand beim Sprechen mal wieder die Zähne nicht auseinander brachte. Wahrscheinlich alles kleine, freundliche Wölfe. „Dresden: einfach grossartig.“ weiterlesen

Davon leben ist eine Kunst.

WAHRIATIONEN_CoverIch wurde heute zwei Dinge gefragt. Die erste Frage lautete: «Diese Wortschöpfungen … wie machst du das bloss?» gefolgt von Lob. Einfach so. Sie fallen mir ein oder zu wie anderen Leuten die Haare aus.

Die zweite Frage: «Machst du das professionell?» Diese Frage höre ich öfter, und sie ist schon schwieriger zu beantworten. Vom Aufwand her – Buch, Collabs und Ausstellungen, Postkarten, Hafties und T-Shirts – hat das Know-how inzwischen das Ausmass eines Berufes, das Engagement jenes einer 50 %-Stelle angenommen. Davon leben kann ich aber nicht. Meistens werden knapp die Kosten (Spesen, Material, Arbeit) gedeckt. Meistens.

Jetzt müsste ich aber mal wieder etwas verkaufen. Oder inkonsequent werden.

Die Gelegenheiten dazu ergeben sich laufend:
> Das Buch WAHRIATIONEN – iBLÖD 2.0 kann man jederzeit bei mir bestellen. Eine einfache Mail genügt.
> Die Bilder der Ausstellung >IN TRANSIT< in Bern sind allesamt käuflich.

Ob ich das professionell mache? Wir werden sehen 🙂