Making of > IN TRANSIT <

Noch 12 Tage bis …

hammer_sqaureIch bringe nun schon die zweite Ladung Bilder auf den Sackwagen (von Gregory) gepackt mit dem Zug nach Bern. Da mir der Raum schon zur Verfügung steht, probiere ich doch gleich eine Idee für eine mögliche nächste Ausstellung aus. Ich weiss nicht, ob ihr das kennt: Man denkt sich etwas aus, verliebt sich in die Idee und verliert jegliche Distanz dazu. Aber: In dem Moment, in dem ich damit an eine kleine oder grosse Öffentlichkeit gehe, nehme ich Raum und Zeit anderer in Anspruch. Und weil das so ist, stelle ich mir als einigermassen verantwortungsvoller Mensch immer wieder die leicht quälende Frage: „Making of > IN TRANSIT < “ weiterlesen

Zweifel sind berechtigt.

Wozu das alles? Über Dinge nachdenken, Ideen ausbrüten, ausprobieren, realisieren und mich damit exponieren. Mir anhören, was ich hätte besser machen können und es auch selber merken. Über die Bücher gehen, es besser machen und mich damit exponieren. Erleben, wie ich gesehen, aber öfter auch ignoriert oder übersehen werde, wie leicht es für anderes ist, Aufmerksamkeit zu erregen, weil nicht so leise, weil vielleicht einfacher zugänglich, gängiger, bekannter. Und wieder über mich und mein Tun nachdenken, besser werden und mich damit exponieren.

Auf diesem Weg gibt es tausend Gelegenheiten, „Zweifel sind berechtigt.“ weiterlesen

Medien: Erst schwächen, dann übernehmen

Ja, die Farbe ist bewusst gewählt.
Ja, die Farbe ist bewusst gewählt.

Mein letzter Kommentar zur SVP liegt wohl schon ein Jahr zurück. Aus gutem Grund. Ich habe nämlich beschlossen, dieser Partei nicht noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Denn viele Mitglieder mögen zwar das Herz auf dem rechten Fleck haben, die Leitung der Partei sollte aber dringend zu Anstand erzogen und zur Wahrheit verpflichtet werden. Dass ich nun dennoch etwas zu diesen Mental-Diktatoren sage, hat einen guten Grund: es ist ihr am 26. August 2016 veröffentlichtes Positionspapier «Vielfalt statt Einfalt – für eine freie und lebendige Medienlandschaft …», das zwar wie eine Initiative zum Schutz von geistigem Kulturland daherkommt, aber eigentlich eine Flurbereinigung blocherscher Prägung im Sinn hat.  „Medien: Erst schwächen, dann übernehmen“ weiterlesen

Dresden: einfach grossartig.

Um es vorweg zu nehmen: Der lichtscheue Wolf war tagsüber nicht zu sehen und blieb nachts im Zwinger. Und dies, obwohl es hier mehr als genug Wände und andere Gelegenheiten gegeben hätte. Doch so kann ich hier leider nichts neues über sein Wesen und Unwesen berichten.

Die Stadt war auch ohne ihn ein grossartiges Erlebnis. Die Leute sind richtig freundlich, auch wenn ich nicht alles verstanden habe … wenn jemand beim Sprechen mal wieder die Zähne nicht auseinander brachte. Wahrscheinlich alles kleine, freundliche Wölfe. „Dresden: einfach grossartig.“ weiterlesen

Davon leben ist eine Kunst.

WAHRIATIONEN_CoverIch wurde heute zwei Dinge gefragt. Die erste Frage lautete: «Diese Wortschöpfungen … wie machst du das bloss?» gefolgt von Lob. Einfach so. Sie fallen mir ein oder zu wie anderen Leuten die Haare aus.

Die zweite Frage: «Machst du das professionell?» Diese Frage höre ich öfter, und sie ist schon schwieriger zu beantworten. Vom Aufwand her – Buch, Collabs und Ausstellungen, Postkarten, Hafties und T-Shirts – hat das Know-how inzwischen das Ausmass eines Berufes, das Engagement jenes einer 50 %-Stelle angenommen. Davon leben kann ich aber nicht. Meistens werden knapp die Kosten (Spesen, Material, Arbeit) gedeckt. Meistens.

Jetzt müsste ich aber mal wieder etwas verkaufen. Oder inkonsequent werden.

Die Gelegenheiten dazu ergeben sich laufend:
> Das Buch WAHRIATIONEN – iBLÖD 2.0 kann man jederzeit bei mir bestellen. Eine einfache Mail genügt.
> Die Bilder der Ausstellung >IN TRANSIT< in Bern sind allesamt käuflich.

Ob ich das professionell mache? Wir werden sehen 🙂

Gib mir, jetzt, sofort!

DSC_1176_1000squareSie ist mir zuwider, diese Anspruchshaltung. Tagtäglich bin ich mit Forderungen konfrontiert, denen weder Leistungen, noch moralische oder rechtliche Grundlagen gegenüber stehen. Wenn Sätze mit «Du musst mir das geben» oder opfermässiger «Ich brauche das bis morgen» beginnen, bekomme ich Schlitzaugen, Kieferstarre und schlechten Atem.

Dabei lächle ich doch so gerne. „Gib mir, jetzt, sofort!“ weiterlesen

Vom schleichenden Nachvollzug.

neinDie Rede ist hier nicht von der Schweiz und dem EU-Recht, wie es immer wieder von einer vermeintlich volksnahen Partei portiert wird. Sondern von einem Mechanismus, der seit längerem innerhalb der SP stattfindet.

Zum einen, was die Zustimmung bei Gesetzesverschärfungen betrifft: Eigentlich müsste «meine» Partei im Sinne ihrer Auffassung von Freiheit und Selbstbestimmung Überwachungsmassnahmen (z. B. Staatstroyaner) und Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit (z. B. Rayonverbot und Fichen im Zusammenhang mit dem Hooligan-Konkordat) rundweg ablehnen. Stattdessen (und weil es wohl eh eine Mehrheit findet), wird zähneknirschend bis jubilierend zugestimmt. „Vom schleichenden Nachvollzug.“ weiterlesen

Bald ist Vernissage in Bern

Schon in drei Wochen ist es so weit: Dies wird meine dritte und voraussichtlich letzte Ausstellung 2016. Und obwohl Heidi Gassners Gastfreundschaft einfach grossartig ist, bin ich ziemlich aufgeregt.

Wer wird kommen, wenn so ein Fremder aus Zürich kommt?

HIER EIN KURZER PRESSETEXT

Unentwegt unterwegs sein und niemals ankommen – diese Gefühle thematisieren die Wortbilder, die Stefan Weber Aich in der Ausstellung im über 500 Jahre alten Kellergewölbe der Artcade in der Berner Altstadt zeigt.
Ausserdem wird der Wortakrobat auch sein 2016 erschienenes Buch «WAHRIATIONEN – iBlöd» 2.0 kurz vorstellen und signieren. Ein Anlass zum Innehalten, nach Atem und um Worte Ringen.

Offener Brief zum NZZaS-Artikel «Behäbige Intellektuelle»

schnurrnalismusSehr geehrter Herr Jungen,

ein Artikel allein macht mich noch nicht stutzig. Aber zwei innerhalb weniger Tage, die in dassselbe Horn stossen, schon. Wie Roman Bucheli («Unpolitische Kunst») attestieren auch Sie in Ihrem Kommentar «Behäbige Intellektuelle» der Schweizer Kulturszene Scheu vor der kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen Themen.

 Ich habe das Gefäss «Kommentar» als solches durchaus verstanden. «Recherche» wäre mir dennoch lieber gewesen. Haben Sie beispielsweise bei den für Kulturförderung zuständigen Ämtern nachgefragt, wieviele zeitkritische Projekte zwecks Förderung eingereicht wurden? „Offener Brief zum NZZaS-Artikel «Behäbige Intellektuelle»“ weiterlesen

Von der KUNST, sich in den Schwanz zu beissen und sich auch noch darüber zu beklagen.

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«Dumme Hunde beissen in fade Waden.» (Unbekannter Dichter)

Ich bin gestern über den Beitrag «Unpolitische Kunst – bitte nicht einmischen» im Feuilleton der NZZ gestolpert und habe mich erst köstlich amüsiert, dann aber göttlich aufgeregt. Nun ja, man gönnt sich ja sonst nichts.

Als erstes möchte ich – um nicht in Verdacht zu geraten, neidisch neben dem Futtertrog der Kunst-Szene zu stehen – eines klarstellen: Es kann gut sein, dass das, was ich mache, nicht den Hauch von Kunst hat. Und auch nur den Anschein von Relevanz, dann und wann. Doesn’t matter. „Von der KUNST, sich in den Schwanz zu beissen und sich auch noch darüber zu beklagen.“ weiterlesen