Ganz privat? Wen kümmert ‘s?

«Ich schreibe nie etwas. Ich schaue nur.» Solches und ähnliches höre ich, wenn ich Facebook-Freunde in real life treffe. Ich kann dann meine Verwunderung kaum verbergen und frage, warum das so ist. «Ach, du schreibst so toll (???). Ich kann da nicht mithalten.» Öhm. Ich schreibe einfach. Und ich würde mich darüber freuen, wenn sich dann jemand ins Zeug legte oder auch nur ein paar Zeilen zurückschriebe. „Ganz privat? Wen kümmert ‘s?“ weiterlesen

Blutgeld?

Stellen Sie sich vor, Sie machten Tag für Tag einen guten Job und bekämen sogar Lob von allen Seiten. Auch würde Ihnen dann und wann vollmundig versichert, dass es Sie brauche. Und am Ende des Monats, dann, wenn die anderen ihren Lohn auf dem Konto haben, entschiede das Los, ob Sie für Ihre harte Arbeit entschädigt werden. Das klingt doch absurd.
Es beschreibt aber ziemlich genau die Situation, in der sich die Kulturförderung befindet. „Blutgeld?“ weiterlesen

London cooling (IV)

Liebes London, so kalt warst du noch selten. Nicht mal im Herbst. Ich trage alles, was ich im Koffer habe, übereinander. Und so viel hast du mir indoors nicht zu bieten, denn ich bin nicht so der Shopper. Dafür entdecke ich da und dort Beweise dafür, dass Obelix recht hatte: Die spinnen, die Briten. Und schrecken vor nichts zurück: „London cooling (IV)“ weiterlesen

London calling (II)

Wir tropfen in den leeren Zug. An jeder weiteren Station spült es mehr Menschen in die «Coaches». Je näher wir dem Zentrum kommen, umso mehr fluten herein. Und in London Bridge quellen alle aus dem Zug und überschwemmen Platforms und schliesslich die Strassen. Bewege ich mich nicht gleich schnell, stehe ich im Weg. Überall.  „London calling (II)“ weiterlesen

London calling (I)

Die letzten Wochen waren über die Massen anstrengend. Sitzungen, Organisatorisches, Diskussionen, neue Spielregeln, alte Fehler. Und alles gleichzeitig, wie Rücken- und Gegenwind aufs Mal. Und dann plötzlich ab auf den Flieger. Weg zu einem Ort, der mir ohne logische Erklärung wie meine alte Heimat vorkommt, obwohl ich erst mit etwas über 30 zum ersten Mal hier ankam: London. „London calling (I)“ weiterlesen

Von Landwirtschaft und anderen Subventionskünsten

Das mag jetzt vielleicht sonderbar klingen, aber es ist wahr: Ich lese die 84-seitige «Gesamtschau zur mittelfristigen Weiterentwicklung der Agrarpolitik», die der Bundesrat am 1. November 2017 herausgegeben hat. Warum? Erstens, weil ich zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren Ferien habe. Zweitens, weil das ja irgend jemand lesen muss, damit sich nicht eine Hundertschaft die ganze Liebesmüh’ umsonst gemacht hat. Und drittens, weil mich eine Bemerkung von Regierungsrat Hans Stocker, seines Zeichens Finanzminister des Kantons Zürich, an einem Podium auf die Idee gebracht hat. Er sagte nämlich – so oder sinngemäss – dass Bauern und Kulturschaffende einiges gemeinsam hätten. Sie kultivierten etwas und seien beide nicht gerade auf Rosen gebettet. „Von Landwirtschaft und anderen Subventionskünsten“ weiterlesen

Backflash: Er so und ich so.

Bei einem Interview, das im TV lief, habe ich jemanden wiederentdeckt, mit dem ich in meiner Jugend fast täglich Fussball gespielt habe. Wir waren die Kleinsten. Und wir waren – so weit habe ich meine Erinnerungen noch nicht romantisiert – meist auch die Besten. Er ein Genie am Ball, nur verraten durch die vorankündigende Bewegung seiner langen, schnurgeraden Haare. Ich ein Bewegungs… nun, «Talent» will ich nicht sagen … vielleicht trifft es «Bewegungsmaniac» besser. „Backflash: Er so und ich so.“ weiterlesen

Wollen wirklich alle geliebt werden?

Wenn wir doch alle nur geliebt werden wollten, warum benehmen sich dann so viele immer wieder wie Ärsche, die man nicht mal treten mag? Warum machen wir uns gegenseitig und damit uns selbst dann das Leben oft so schwer? Diese Leute kennst du sicherlich auch: Menschen, die sich voller Stolz Pragmatiker nennen. Ich bezeichne sie als «irrtümlicherweise desillusioniert». „Wollen wirklich alle geliebt werden?“ weiterlesen