Präventiv-Schläge.

Ich mag Schläge nicht. Nicht einstecken, nicht austeilen und also schon gar nicht mir selber versetzen. Dennoch bin ich in der absurden Situation, mich alle paar Monate in Dreier-Zyklen einer Imun-Therapie zu unterziehen, die mich a) einen Tag aufs stille Örtchen verbannt und b) einen weiteren Tag ans Bett fesselt. Erst Phantom-Pinkel-Orgie, dann Fieberschübe und Schüttelfrost. Freiwillig. Präventiv. Bin ich irre? „Präventiv-Schläge.“ weiterlesen

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Ouh, what a mess!

Viele gefährliche Männer regieren Länder in aller Welt, das nationale Fernsehen und Radio soll abgeschaltet werden, oberste Vereinsorgane vergessen ob ihren persönlichen Ambitionen ihren Vereinszweck und an meiner letzten Niere werden Infarkte gefunden, die die Fortführung meiner Krebs-Therapie in Frage stellen … was davon ist wichtig? Worauf soll ich mich konzentrieren? „Ouh, what a mess!“ weiterlesen

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Die Lösung ist das Problem.

Ich habe viele gute Ratschläge bekommen, seit meiner ersten Diagnose. Immer mit dem Hinweis, ich müsse selber wissen, was für mich gut sei. Wohl wissend, dass ich ein Sturkopf bin. Wobei: Ich bevorzuge bezeichnenderweise «eigensinnig» und «eigenwillig». Und bedanke mich artig, sowohl für die Ratschläge als auch für das Verständnis. „Die Lösung ist das Problem.“ weiterlesen

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Gute Neuigkeiten: Die Invasion bleibt ein Restrisiko.

«Dysplasiefreies Urothel und tumorfreie Anteile der muskulären Harnblasenwand …» und «… welche in erster Linie reaktiv zu werten sind. Somit kein sicherer Nachweis eines Resttumors oder einer Invasion.»
Hättest Du ‘s gemerkt? So klingen GOOD NEWS aus der Pathologie, wahrscheinlich vorher mit einem Juristen abgesprochen. Glücklicherweise hat der Arzt meines Vertrauens mir das Resultat dieser Gewebeuntersuchung als Erfolgsmeldung präsentiert. Sonst hätte ich mir auch noch eine Ansammlung von Fragezeichen entfernen lassen müssen. „Gute Neuigkeiten: Die Invasion bleibt ein Restrisiko.“ weiterlesen

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Ausser Betrieb

Seit 38 Jahren nütze ich unserer Wirtschaft (und selbstverständlich auch meiner eigenen Brieftasche) mit meiner Arbeitskraft. Dieses Jahr ist das nicht so. Im Gegenteil: ich bin ein Ausfall, wenn auch nicht total. Aber es fühlt sich äusserst unangenehm an. Zwar denkt mein Kopf: das ist auch mal ok. Du hast es dir verdient. Mein Herz kann das aber nicht nachfühlen. Es fühlt sich so unnütz wie eine einzelne Socke. „Ausser Betrieb“ weiterlesen

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Immer diese Bettgeschichten

Der Termin meines fünften Spital-Aufenthaltes in diesem Jahr rückt immer näher. Ein Gedanke nach dem anderen schiebt sich an meinem geistigen Auge vorbei. Etwa die Hälfte der Sätze beginnt mit «Was, wenn …?». Und es ist nicht einer schöner als der andere.

Vom letzten Eingriff konnte ich mich noch nicht ganz erholen. Die Nachfrage beim Arzt hat ergeben, dass es keine Blasenentzündung ist, die mich plagt. «Sie haben nur die Symptome einer Blasenentzündung.» Das ist etwa so, wie wenn dir dein Banker sagt, du seist nicht pleite, du hättest bloss kein Geld auf dem Konto. „Immer diese Bettgeschichten“ weiterlesen

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Schlechte Nachrichten

Nun sieht es tatsächlich nicht danach aus, als wäre mir ein sonderlich langes Leben beschieden. Nur drei Monate nach der «kurativen» Entfernung jener Niere, die von einem bösartigen Tumor bewohnt wurde, stellt sich bei der Kontrolle heraus, dass sich inzwischen dieselbe Krebsart in meiner Blase ausgebreitet hat und ich erneut unters Messer muss. „Schlechte Nachrichten“ weiterlesen

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Tumorvoll.

Wo soll ich anfangen? Ich habe auf FB so viele Andeutungen und Witze darüber gemacht, dass ich ein paar Menschen wohl ziemlich vor den Kopf gestossen habe. Das tut mir leid. Aber ich habe einfach keine Erfahrung darin, mit solchen Sachen umzugehen. Und für mich behalten konnte ich es nicht.

Am besten fange ich dort an, wo ich 2016 aufgehört habe: Am 8. Dezember streckte mich eine faustdicke Nierenkolik hinterrücks nieder, zwang mich buchstäblich in die Knie, auf alle Viere in der Permanence im Zürcher Hauptbahnhof. Aber anstatt einfach mal diese blöden Nierensteine zu finden, stiessen die Ärzte auf etwas, was sie zunächst «Raumforderung» nannten. „Tumorvoll.“ weiterlesen

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