Nice to have.

Kultur ist nicht etwas, das man an einer Auktion ersteigern und zu den anderen Trophäen an die Wand hängen kann. Muss man auch nicht. Kultur hat man so oder so. Es ist die Prägung, die du und ich im Laufe des Lebens erhalten haben. So gesehen ist Kultur für niemanden «nice to have». Wir haben nicht Kultur, die Kultur hat uns. So etwas wie «kulturfern» gibt es nicht. Oder höchstens als Ausdruck für eine ebenso krampfhafte wie illusorische Distanzierung von der eigenen Prägung. „Nice to have.“ weiterlesen

Share

Der Kultur eine Stimme geben.

Am 22. Januar 2018 wurde im Theater Neumarkt in Zürich die Pro Kultur Kanton Zürich gegründet. Schon bei der Gründungsversammlung traten mehr als 100 Personen, Vertretende von grossen und kleinen Institutionen, Veranstaltende und Kulturschaffende aus dem ganzen Kanton zusammen um künftig gemeinsam Kulturpolitik zu betreiben. Zur Zeit treten täglich weitere Institutionen, Ensembles und Einzelpersonen dem Verein bei. „Der Kultur eine Stimme geben.“ weiterlesen

Share

Acht Jahre Parteimitglied …

Bis Anfang 2010 war ich höchstens mal Mitglied einer Band, Mitglied eines Fussball-, Tennis- oder Tischtennisclubs. Ansonsten teilte ich die Clichévorstellungen, die möglichwerweise nicht wenige mit Vereinsmeierei verbinden: Verstaubte Strukturen und veraltete Rituale an langweiligen Versammlungen.

Dann fragte mich die SP an, ob ich als ihr Kandidat bei den Wahlen im goldküstlichen Erlenbach für die Schulpflege antreten wolle. „Acht Jahre Parteimitglied …“ weiterlesen

Share

Jede Kultur bringt die Kunst hervor, die sie verdient hat.

Phillip Meier, ehemals Direktor des Zürcher Cabaret Voltaire, feuert in seinem Artikel auf tsri.ch eine Breitseite gegen die Kulturpolitik der Stadt Zürich ab.

Grundsätzlich hat er nicht Unrecht. Aber im Detail. Beispielsweise beklagt er die Kommerzialisierung der Kultur. Angesichts der Kommerzialisierung des Lebens seit den 80ern des letzten Jahrhunderts ganz generell frage ich mich: Warum soll das ausgerechnet in der Kultur bzw. in der Kunst anders sein? „Jede Kultur bringt die Kunst hervor, die sie verdient hat.“ weiterlesen

Share

Apolitische Kulturschaffende?

“Ich will nichts mit Politik zu tun haben!”

Das habe ich in der Vergangenheit immer wieder gehört. Gefolgt vom Satz «Ich mache Kultur. Aber ich bewundere dein Engagement». Damit war nicht nur klar, dass mein jeweiliger Gesprächspartner sich kaum je für Kulturpolitik einsetzen würde. Es zeigte auch die Haltung, dass andere dafür da sind, für bestimmte Anspruchsgruppen die Kohle aus dem Feuer zu holen. Und darüber hinaus hinterliess es bei mir jeweils einen höchst verwirrenden Eindruck: Denn die allermeisten Kunstschaffenden und Kulturvermittelnden sind nicht nur politisch interessiert, sie streichen die politische Komponente ihrer Kunst im Gespräch oft auch heraus. Gefolgt von einem Statement wie «Aber ich könnte nie einer Partei beitreten. Ich will mit diesem Apparat nichts zu tun haben. Ich will selber denken.» Und dergleichen mehr.

Diese Aussagen unterstellen eine ganze Menge. Und sie bringen viel politisches Unverständnis zum Ausdruck. „Apolitische Kulturschaffende?“ weiterlesen

Share

Politik ist auch nur Kultur.

Collab Dimitri Aich / SWA
COLLAB Dimitri Aich / SWA

Ob wir ins Naturhistorische Museum gehen oder ein experimentelles Theaterstück ansehen, Überwachungskameras und Monitore installieren, Leute anstellen, die diese überwachen und noch mehr Leute anstellen, die nach dem Rechten sehen oder uns stattdessen achten, wenn wir uns begegnen und Zivilcourage zeigen, ohne dass uns jemand dafür bezahlt, ob wir respektvoll miteinander diskutieren und Differenzen ausräumen oder ob wir uns gleich die Köpfe einschlagen, all das ist Ausdruck unserer Kultur. „Politik ist auch nur Kultur.“ weiterlesen

Share

Politik + Kultur = Politur?

politurWas sehen wir, wenn wir nach Winterthur blicken? Eine Stadt, die ehrlich versucht, nur so viel auszugeben, wie sie verdient? Eine Stadt, die – gut erzogen wie sie nun mal ist – nicht über ihre Verhältnisse leben will, obwohl sie sich weit über das Verkraftbare vermehrt? Eine Stadt, die nur die Regeln der Ökonomie befolgt und dabei die ökonomischen Folgen dieser Sparorgie vergisst? Nicht umsonst kennt man auch unter Ökonomen den Begriff der Wirtschaftsdepression.

Das Thema Sparen hat in allen Bereichen eine derartige Dominanz, dass sich bald alle, die irgendwie mit Winterthur und dem Staat zu tun haben oder eine Gegenleistung erwarten, wie Bittsteller vorkommen. „Politik + Kultur = Politur?“ weiterlesen

Share